Ein Näh-Projekt: Die Pluderhose zum Wenden

Hallo meine Lieben, wie im vorherigen Eintrag angekündigt, hier die Erweiterung meiner Pluderhosen-Anleitung. 😉

Durch die Orientcon inspiriert und voller Tatendrang, malte ich mir gleich einen Charakter aus. Er sollte optisch etwas dekadenter sein, beladen mit Schmuck und mit kräftigen Farben und Gewändern im orientalischen Stil. Er sollte sehr kommunikativ und für so viele Leute wie möglich anspielbar sein, auch die Möglichkeit zum zwielichtigen Geschäft wollte ich nicht ausschließen. So kam ich dann auf eine Händlerin. Einen orientalischen Schnitt konnte ich immerhin schon. Die Pluderhose. 😀

Da ich nun endlich wieder einen Anlass für Pluderhosen hatte, habe ich mir gleich Stoffe geschnappt und mich daran gemacht zu nähen.  Dabei fiel mir auf, das der gewählte Stoff durchscheinend und dadurch etwas zu künstlich wirkte. Er war aber einfach zu schön um ihn nicht dafür zu verwenden, also nahm ich mir einen schlichteren, dafür aber auch ambientigeren,  Stoff als Futter.

Wie ich so da saß und den Stoff absteckte, kam mir ein Gedanke. Warum mache ich mir hier die Mühe mit zwei Stoffen, wenn man eh nur den einen sieht? Ich könnte doch auch eine Pluderhose zum Wenden machen! Und mit diesem Gedanken begannen 3 furchtbare Tage für mich….

Die Idee klang für mich erstmal ganz toll, aber sehr bald schon, bin ich auf Logikprobleme gestoßen, an denen ich eine Weile zu tüfteln hatte. Wie nähe ich oben/unten um, ohne das man am Ende hässliche Wülste hat? Wie mache ich die Tunnel für das Band/Gummi? Und warum habe ich beim Zuschnitt nicht aufgepasst und  nun Quer-  statt Längsstreifen?

Für alles fand sich eine Erklärung und für die ersten beiden Fragen sogar eine Lösung.

Was wird benötigt?

~ 1 Schmales Stoffstück ca. 8cm breit und so lang, wie die anderen beiden Stoffe breit sind

~ 2 Stoffe, beide ca. 150cm breit und ca. 120cm lang
~Stoffschere
~kleine Schneiderschere
~Nähgarn
~Nähnadeln/Nähmaschine (optional)
~Maßband
~Stecknadeln
~Gummizug (2x ca. 20cm)
~Stick-, Häkel- oder Strickgarn für das drehen der Kordel (Falls ihr eine Kordel statt Gummiband durchziehen wollt)
~und für später: Perlen, Quasten etc. (Deko)
~Sicherheitsnadel zum einfädeln der Kordel und des Gummizugs

Info: Die Angaben für den Stoff, liegen da ganz bei eurem Geschmack, was Länge und Weite betrifft. Mit diesen Maßen geht mir (174cm) die Hose bis zu den Knöcheln.

hose zum wenden

Der Zuschnitt ist der gleiche, wie bei einer normalen Pluderhose, auch wird im Grunde das Meiste gleich genäht. ABER zwei wichtige Unterschiede gibt es dann doch und auf die solltet ihr unbedingt achten!

CIMG2741Zwei Hosen

Nach dem Zuschnitt, könnt ihr die beiden Stoffstücke jeweils, wie sonst auch zum Grundgerüst der Hose nähen. Das heißt die Beine und den Schritt nähen. Den Saum an den Beinen könnt ihr jeweils einmal umnähen, ebenso wie den Bund. Keine Tunnelzüge nähen!

Danach solltet ihr zwei einzelne Hosen vor euch haben

Anschließend nehmt ihr eure Maße um zu ermitteln wie lang die Kordel bzw. das Gummiband sein muss, das gleiche für die Beine.  Schneidet dann Kordel oder das Gummiband zu.

Die Beiden Hosen könnt ihr nun zusammenstecken (Innenseite auf Innenseite, nicht vergessen). Am Besten, Naht auf Naht.

Die Tunnelzüge für die Säume (Beine) sind dabei am einfachsten, einfacher noch, als die der normalen Pluderhose.  Nun näht ihr zunächst einmal, je nach breite des Gummis oder der Kordel, ca. 3,5 cm vom Saum entfernt einmal rum.  Ihr müsst hier nichts umschlagen, nur die beiden Lagen aneinander nähen. Danach macht ihr das Gleiche nochmal ca. 1 cm entfernt vom Saum, wobei ihr hier aber eine kleine Lücke lasst, um später die Kordel bzw. Gummiband einfädeln zu können.  Dort wo die Nähte verlaufen sollten habe ich nochmal oben im Schnittmuster Pfeile und Anmerkungen eingefügt. Pro Pfeil, eine Naht.

Wenn ihr das an beiden Beinen gemacht habt, könnt ihr auch schon die Kordel oder das Gummi einfädeln. Dazu eignet sich gut eine Sicherheitsnadel.

Nun kommen wir zum schwersten Teil. Dem Bündchen. Natürlich könnte man auch hier die gleiche Technik wie beim Saum anwenden, das wäre auch möglich. Allerdings wollte ich den Bund gerne etwas schicker gestalten.

Hierzu habe ich mir das schmale Stoffstück genommen und es auf dem Boden ausgebreitet. Nun habe ich mein schon zugeschnittenes Gummiband genommen und es, auf dem Stoff liegend, so weit gedehnt wie nur möglich . Dieser Punkt wurde dann markiert. So habe ich nun die Länge des Stoffstücks ermittelt und ausgeschnitten.

Nun nehmt ihr euer Gummiband und legt das Stoffstück der länge nach rum, wie in einem Schlauch. Fixiert das ganze mit 3-4 Nadeln.

Dann näht das Gummi, unter spannung, mit dem Stoff zusammen. So das unten noch 1-2 cm Stoff nachbleibt, um ihn später mit der Hose zu verbinden.

Wenn ihr das gemacht habt, steckt dieses Stück vom „Schlauch“ zwischen den beiden Hosen, oben am Bündchen, fest. Dann näht ihr diese drei Schichten, auch wieder unter Spannung zusammen.

Und wenn ihr das geschafft habt, dann seid ihr fertig und hoffentlich nicht wie ich, mit den Nerven am Ende 😛

Das Ergebnis hat mich aber begeistert und war daher allemal die Mühe wert.

CIMG2924 CIMG2927

Links zu sehen: Die dekadentere Seite in dunkelblau, dunkelgrün und grau Tönen, mit „Goldfäden“ aus leicht elastischem Stoff.

Rechts zu sehen: Die Seite für die Wüste und ähnliches in einem schönen dunkelgrün, die Kamera schluckt wieder die Farben 😛

Die Hose trägt sich toll, fühlt sich gut an und besonders in den Abendstunden oder an kälteren Tagen hält sie auch mal schön warm.

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